Gedanken über Innovationen…

By | 1. April 2018

(Gedanken und Zitate aus und nach einem Vortrag von Gunter Dueck)

Innovationen möchten alle! Ideen liegen ja quasi überall herum, sie werden vor jedem Kaffeeautomaten diskutiert, in jedem Strategie Meeting verlangt… Aber warum ist ihre Umsetzung so schwer?

Ein Grund: Man braucht sehr viel Energie und Einfühlungsvermögen für Innovationen, weil die sich ja erst durchsetzen müssen gegen das Althergebrachte, gegen Anfeindungen und Zweifler, gegen anachronistische Bestimmungen und Bedenkenträger aller Art. 

Warum sind „Energie“ und „Einfühlung in die Lage“ so essentiell wichtig?

Haben Sie gelesen, dass das Unternehmen Kodak schon vor 1975 (!) eine Digitalkamera erfunden hat? Sie wurde lieber eingemottet in der Schublade gehalten, um dem berühmten Kodakfilm keine Konkurrenz zu machen – 2012 meldete Kodak Insolvenz an. Auf diese Art sterben viele große Ideen in großen Unternehmen – weil sie gefürchtet werden!

Eine These ist: Kann es sein, dass in großen Firmen nur ganz kleine Ideen erlaubt sind? Die Großen verändern nämlich zu viel und stoßen dadurch auf viele zu viele Hindernisse. 

Interessant ist auch, dass Ideen in Brainstorming-Meetings wie beim Brezelbacken erzeugt und fast niemals umgesetzt werden.

Was ist da los? Warum will man einerseits unbedingt Innovationen und tut dann doch nichts ? 

Meist sucht man in Lehrbüchern nach Antworten. Die präsentieren meist nur Techniken und Prozesse, wie man Ideen erzeugt, sammelt, schön in Datenbanken speichert und mit „Tools“ administriert. Danach wird „Ideen-Management“ vorgeschlagen. Das alles bringt leider keine einzige innovative Idee zur Umsetzung!

Worauf aber kommt es bei der Umsetzung von Innovationen an?

* Innovationen sind wie die Erschließung einer unbekannten Welt.
* Diese neue Welt muss sowohl „den Kunden“ als auch der alten Welt vertraut gemacht werden, was viel Einfühlung auch in das Alte erfordert.
* Innovationen stoßen auf Vorbehalte und oft auf grundsätzliche Feindschaft, die oft den Durchbruch verhindern – damit müssen die Innovatoren umgehen können. 

Auf welche Gegner trifft eine neue Idee? Über welche Barrieren muss die Innovation hinweg? Gunther Dueck, sagt, dass ein „ideologische Kampf“ statt findet, zwischen den verschiedenen Gruppen: 

* Protagonisten einer Innovation,
* OpenMinds, die eine Innovation gut fänden, wenn „sie so weit ist“
* CloseMinds, die mit „so etwas braucht kein Mensch“ den Kopf schütteln
* Antagonisten, die das Neue aktiv bekämpfen („Unsicher! Gefährlich! Unmoralisch!“)

Dieses Ringen findet findet auf allen Ebenen in allen Bereichen statt. Auch auf diesen Ebenen finden wir alle aus obigen Gruppen wieder, insbesondere die CloseMinds und Antagonisten.

Was brauchen wir?
Wir brauchen Lust am Neuen! Mut uns eine unbekannte Welt zu erschliessen. Keine Angst davor zu haben, diese neue Welt mit den uns heute vertrauten Mitteln nicht denken zu können. Wir brauchen Räume Ideen denken und umsetzen zu dürfen. Und wir brauchen sicher „Menschen, die neue Ideen mit Herzblutenergie vorantreibten“.

Aber ein Patentrezept wie neue Ideen in existierenden Abläufen und Denkmustern einfach eingeführt werden können gibt es nicht.