Historische Taschenrechner

By | 3. Februar 2017

Sammlung historischer Taschenrechner

Taschenrechner von Texas Instruments

TI-57

Der TI-57 wurde am 24. Mai 1977 von Texas Instruments zeitgleich mit den beiden deutlich leistungsfähigeren Taschenrechnern TI-58 und TI-59 vorgestellt. Diese  Modelle waren im Vergleich zum baugleichen TI-45 jedoch programmierbar.

TI_57

Die Programmierung der TI-Rechner geschieht einfach durch Drücken der gewünschten Tastenfunktionen im LRN-Modus. Beim Ausführen des Programms (Start durch R/S) arbeitet der Rechner die aufgezeichnete Liste der gedrückten Tasten ab.

Zur Programm-Ablaufsteuerung bietet der TI-57 z. B. eine Start-/Stop-Funktion, Zählschleifen, bedingte Sprungbefehle, mehrfach ineinander verschachtelbare Unterprogramme, die direkte Adressierung von Datenspeichern oder Programmschritten, einfache numerische Programm-Marken (Labels).

Der Arbeitsspeicher umfasst 50 Programmschritte (00-49). Manche Tastenfolgen (von bis zu 4 Tasten) können vom Rechner auf einem einzigen Speicherschritt abgelegt werden, was Platz spart.

Zahlen können in 8 Datenregistern (0-7) abgelegt werden. Einige von diesen Registern werden auch für interne Operationen verwendet, so dass sie nicht immer beliebig benutzt werden können. Zum Beispiel ist das Register t identisch mit Register 7 und die beiden Register 5 und 6 werden bei komplexen Operationen mitverwendet.57Doku

Der Speicher ist flüchtig, d. h. der Inhalt des Programmspeichers und der Datenregister geht beim Abschalten des Rechners verloren. Durch eine undokumentierte Funktion kann der Rechner in einen Schlafmodus gesetzt werden, der nur noch den Speicher mit Strom versorgt. Die Dokumentation befand aus einer kleinen Broschüre im DINA5 Format, die anhand einfacher Beispiele aus dem Bereich der Mathematik die Programmierung des Taschenrechners sehr anschaulich erklärte.

 

Nach dem ich 1977 von meiner Oma einen TI-45 bekommen habe, der nicht programmierbar war,  kaufte ich mir meinen ersten programmierbaren Taschenrechner ,den TI-57 von der Firma VOBIS am 28. November 1979. Beide Taschenrechner sind bis heute in meinem Besitz und arbeiten nach wie vor einwandfrei.

TI-58

Der TI-58 ist ein programmierbarer technisch-wissenschaftlicher Taschenrechner von Texas Instruments mit eingebautem Magnetkartenleser. Er kam 1977 zeitgleich mit dem TI-59 auf den Markt Er besitzt eine 10stellige rote LED Anzeige. Die CPU kam von TI und hatte 4Bit Datenbreite. Der Speicher war nur halb so groß 460 Programmschritte wie beim Spitzenmodell dem TI-59.

Ich ersteigerte mir zur Komplettierung meiner Sammlung im September 2015 ein sehr gut erhaltenes Modell, das noch voll funktionsfähig ist.

 

TI-59

Der TI-59 ist ein programmierbarer technisch-wissenschaftlicher Taschenrechner von Texas Instruments mit eingebautem Magnetkartenleser. Er kam 1977 zeitgleich mit dem TI-58 als damaliges Spitzenmodell des Herstellers auf den Markt. 

TI-59

Die Programmierung erfolgt analog zum TI-57, mit dem Unterschied, dass der TI-59 viel mehr Speicher und einen Magnetkartenleser zum laden und Speichern der Programme hatte. Der Arbeitsspeicher ist in 11 Stufen zwischen Programm- und Datenspeicher aufteilbar. Jede Stufe umfasst 10 Datenspeicher oder 80 Programmschritte.

Es sind mindestens 160 Programmschritte und 100 Datenspeicher und höchstens 960 Programmschritte ganz ohne Datenspeicher verfügbar. Die Voreinstellung nach dem Einschalten des Rechners sind 480 Programmschritte und 60 Datenspeicher.

Das interne Zahlenformat besteht aus 13 Stellen, wovon 10 Stellen als Mantisse und 2 Stellen für die Exponenten sowie eine Stelle für das Vorzeichen verwendet wurden. Die Genauigkeit der Rechenalgorithmen war allerdings nicht so ausgereift wie beim Hauptkonkurrenten Hewlett-Packard, dessen Spitzenmodelle  HP-67 und  HP-41C eine deutlich bessere Genauigkeit boten. Dies war auch der Grund warum die NASA den HP-41CX als Ersatz-Computer in ihren Raumfahrzeugen mit führten.

Da ich mir die Spitzenmodelle von TI zu meiner Schulzeit nicht leisten konnte, ersteigerte ich sie mir 30 Jahre später bei ebay. Den TI-59 bekam ich 2014 in ausgezeichnetem Zustand. Was mich immer wieder erstaunt, da meine ersteigerten in wesentlich besserem Zustand kamen als meine eigenen. Wie dem auch sei, ein Stück Computer-Geschichte, das ich aktiv mit erlebt habe, bleibt somit in meiner Sammlung erhalten.

 


 

Taschenrechner von Hewlett-Packard

HP-41CX

HP41Der HP-41C und die Nachfolgemodelle HP-41CV und CX waren programmierbare Taschenrechner der Firma Hewlett-Packard.

Die Modelle wurden von 1979 bis etwa 1990 verkauft. Ich kaufte mir meinen HP41CX 1985 während meiner Bundeswehrzeit um mich auf das Ingenieursstudium vorzubereiten.

Die Rechner boten neben umfangreichen Programmierungs- und Erweiterungsmöglichkeiten (durch Einsteckmodule und Magnetkarten) vor allem als erste Geräte dieser Art einalphanumerisches Display mit im Vergleich zu den damals üblichen LED-Anzeigen energiesparenden Flüssigkristallen.

Wie oben schon erwähnt, hatte der HP-41C eine hohe Rechengenauigkeit durch eine CPU und eine FPU.

 

HP-11C

Der HP-11C gehört zur sogenanten “Voyager“ – Serie. Diese wurde von Hewlett-Packard  im Jahr 1981 als Nachfolger der Dreißiger-Serie auf den Markt gebracht. Die “Voyager”-Rechner wurden u. a. mit dem Ziel geringen Energiebedarfs entwickelt und verwendeten die CMOS-Chip-Technologie. Was dazu führte, dass mit einem Satz Batterien die Rechner mehrere Monate bis hin zu Jahren betrieben werden konnten.HP11C

Die Serie umfasst die Modelle HP-10C, HP-11C, HP-12C, HP-15C und HP-16C, die alle ein nahezu identisches äußeres Erscheinungsbild im charakteristischen  und sehr bedienungsfreundlichen Querformat aufweisen. Auch Anzahl, Größe und Anordnung der Tasten sind identisch, sie unterscheiden sich lediglich in der Belegung. Alle Rechner der Voyager-Serie sind mit der gleichen 10-stelligen LC-Anzeige ausgestattet, für die Stromversorgung werden erstmals bei HP-Rechnern Knopfzellen (drei Stück des Typs LR 44) verwendet. Sämtliche Modelle sind programmierbar, haben aber keinerlei Schnittstellen – weder das externe Speichern und Laden von Programmen noch das Anschließen von Druckern oder anderen Erweiterungen ist möglich. Als Eingabemethode verwenden die Rechner nur die umgekehrte polnische Notation (UPN).

Der HP-11C ist ein mathematisch-naturwissenschaftlicher Taschenrechner für mittlere Anforderungen. Gegenüber dem HP-10C sind hyperbolische Funktionen, ein Pseudo-Zufallszahlengenerator und Funktionen für die Wahrscheinlichkeitsrechnung hinzugekommen, der Speicher ist etwa doppelt so groß.

Ich habe mir diesen Taschenrechner 1982 gekauft und damit mein Abitur am Technischen Gymnasium gemacht. Seit nun mehr als 30 Jahren begleitet mich dieser Taschenrechner und funktioniert einwandfrei. Ich war damals stolz, mir so einen Rechner besitzen zu dürfen und bin es bis heute. Das einzige was ich mir im Studium gewünscht hätte, wären einige zusätzliche wissenschaftliche Funktionen…die hatte der große Bruder der HP15C.

Beispiel-Programm

Die Programmierung erfolgte bei allen Taschenrechner nach einem ähnlichen Prinzip. Man musste in einen Programmier-Modus umschalten, in dem dann die Tastencodes die man gedrückt hat gespeichert wurden. Um mehrere Programme im Speicher haben zu können, wurde jedes Programm mit einem Label versehen, über den es aktiviert werden konnte.

Ein typisches Programm war damals die Interpolations-Methode von Newton. Numerische Verfahren waren nur auf Groß-Rechnern verfügbar, so war es sensationell auch mit Taschen-Computern derartige Verfahren anwenden zu können.

 

HP-12C

Der HP-12C ist ein weit verbreiteter, programmierbarer finanzmathematischer Taschenrechner. Mit ihm lassen sich neben umfangreichen Grundfunktionen diverse gängige Berechnungen – auch iterativer Art – der Finanzmathematik durchführen: Interner Zinsfuß, Annuitäten, Barwert und Endwert, sowie Amortisationsrechnungen.

HP-15C

Der HP-15C galt als High-End-Taschenrechner, zusätzlich zum HP-11C bietet er Nullstellenbestimmung, numerische Integration, Rechnen mit Komplexen Zahlen und umfangreiche Matrizenfunktionen. Er war der Nachfolger des erfolgreichen HP-34C und erweiterte dessen Funktionsumfang nochmals erheblich.

HP15CLDer Speicherbereich – gegenüber dem 11C wiederum etwa verdoppelt – lässt sich auf Daten- und Programmspeicher verteilen und wird dynamisch verwaltet. Eine komplette Neuheit waren die Matrizenfunktionen für bis zu fünf Matrizen, welche allesamt elegant in die UPN-Logik eingebettet waren. Berechnungen mit komplexen Zahlen sind durch einen zweiten Stack genau wie mit reellen Zahlen möglich, mit exakt der gleichen Nutzung aller vier Stackregister.

Wegen seiner hohen Leistungsfähigkeit ist der 15C ein sehr gefragtes Gebrauchtgerät und erzielt heute Preise, die betragsmäßig über dem damaligen Neuwert liegen. 2011 wurde ein äußerlich und funktional identischer, aber mit neuem Innenleben mit einem wesentlich leistungsfähigerem Prozessor ausgestatteter Nachfolger von Hewlett Packard als “Limited Edition” verkauft.

Es gibt ebenfalls von HP eine IPhone App, die das Aussehen und das Verhalten eines HP15C emuliert.

 

HP-33S/HP35S

Die Taschenrechner der “Dreißiger”-Reihe, auch als “Spice” bekannt, verkörpern nach den Modellen der “Zwanziger”-Reihe die dritte Generation der Taschenrechner von Hewlett-Packard und wurden ab 1978 auf den Markt gebracht. Diese Serie umfasst vier Modelle für die wissenschaftliche und zwei Modelle für die kaufmännische Anwendung. Alle Rechner verfügen über eine LED-Anzeige und werden aus aufladbaren NiCd-Zellen versorgt, die innerhalb der Serie austauschbar sind.

IMG_0401Der HP-33 war das einfache programmierbare Modell der Reihe. Äußerlich war er dem HP-32 sehr ähnlich. Die Programmierbarkeit erforderte, auf die meisten der Funktionen, die beim HP-32 hinzugekommen waren, zu verzichten. Wie zu dieser Zeit üblich, gingen alle Speicherinhalte beim Ausschalten verloren; das spätere Modell HP-33C wies diesen Nachteil nicht auf.

Leider konnte ich mir damals keinen dieser Taschenrechner kaufen, als es allerdings zum 35 jährigen Jubiläum ein Sondermodell gab, war ich zur Stelle.

Der HP 35s ist ein wissenschaftlicher Taschenrechner von Hewlett-Packard, der 2007 erschien. Er ist der aktuelle Vertreter einer langen Reihe von nicht-graphischen, wissenschaftlichen und programmierbaren Taschenrechnern von Hewlett-Packard. Obwohl es sich chronologisch um den Nachfolger des HP 33s handelt, wurde er zu Ehren des 35. Jubiläums des HP-35 eingeführt, der der weltweit erste wissenschaftliche Taschenrechner überhaupt war

Obwohl der HP 35s weit mehr Funktionen, Rechenleistung und Speicher als der originale HP-35 hat, war Hewlett-Packard bemüht, ihm das Aussehen des HP-35 und anderer HP-Taschenrechner aus dieser Zeit zu verleihen. Das Gerät besitzt die für frühere HP-Taschenrechner typischen, frontseitig abgeschrägten Tasten.

HP-85B

Der HP-85 wurde im Januar 1980 eingeführt. Es war ein etwas größer geratener Taschenrechner. Im amerikanischen Byte-Magazin wurde enthusiastisch berichtet „wir waren beeindruckt von der Leistungsfähigkeit … allein schon die Grafik macht ihn attraktiv, trotzdem ist er nicht teuer, verglichen mit anderen kleinen Systemen auf dem Markt … wir gehen davon aus, das viele Personal-Computer-Enthusiasten und Hacker diese Maschine gerne haben möchten“.

Es war der Traumcomputer aller Ingenieure und Computer-Freaks der damaligen Zeit. Allen Systemen wie PET2001, TRS80 oder auch dem Apple II weit überlegen. In einem Gehäuse in der Bauform einer größeren Schreibmaschine enthielt der HP-85 eine CPU, eine Tastatur, ein ROM-basierendes Betriebssystem , 16 kB dynamisches RAM, einen 5 Zoll monochrom-Bildschirm (16 Zeilen mit je 32 Zeichen oder 256×192 Pixel), ein Kassetten-Laufwerk für DC-100 Kassetten (210 kB Kapazität, 650 B/s Transfer) und einen Thermodrucker.

Sowohl der Bildschirm als auch der Drucker waren in der Lage Text und Grafik darzustellen, und der Drucker konnte eine Kopie des Bildschirms anfertigen. Das Gehäuse hatte auf der Rückseite Platz für vier Einschuberweiterungen. Solche Erweiterungen gab es in Form von Speichermodulen, ROM-Erweiterungen, Schnittstellen wie zum Beispiel RS-232 und GPIB. Natürlich konnte man sämtliche HP-Messgeräte über den eigenen Bus anschliessen und die Daten davon erfassen.

Die Maschine basierte auf einer proprietären HP-CPU mit dem Code-Namen Capricorn (Steinbock), die Taktfrequenz betrug 625 kHz (tatsächlich nur 0.6 MHz) und hatte einen BASIC-Interpreter im ROM (32 kB). Programme konnten auf DC-100 Kassetten oder externen Disketten und Bändern gespeichert werden.

Trotz der vergleichsweise niedrigen Taktfrequenz des Prozessors war die Maschine sehr fortgeschritten im Vergleich zu anderer Computern dieser Zeit, insbesondere in Bezug auf Software-Eigenschaften, die für technische und wissenschaftliche Anwendungen wichtig sind. Das Standard-Zahlenformat war ein Gleitkomma-Format mit einer 12 Ziffern Mantisse und einem Exponent von ±499. Durch die konsequente Unterstützung von bis zu 64 Bit langen BCD Zahlen (die in einem Taktzyklus verarbeitet werden), erreichte die Gleitkommabibliothek für damalige Zeiten eine große Verarbeitungsgeschwindigkeit bei hoher Genauigkeit.

Der HP-BASIC-Interpreter unterschied sich von anderen BASIC-Interpretern seiner Zeit in einigen wesentlichen Bestandteilen. So wurden Programme nicht als Text gespeichert und während der Laufzeit abgearbeitet und der Sprachumfang war dynamisch erweiterbar. Durch hinzuladen von Binärprogrammen oder einstecken von ROMs wurden dem BASIC-Sprachschatz neue Befehle hinzugefügt, die in der gleichen Form genutzt werden konnten, wie die in der Grundausstattung vorhandenen Anweisungen. Später verfügbare Erweiterungen – wie z.B. das SYSEXT-ROM – boten zudem die Möglichkeit, dynamisch festzustellen, welche Erweiterungen ein Programm tatsächlich benötigt und diese entsprechend während der Laufzeit zu laden.