Zurück zu Füller, Tinte und Papier

By | 1. April 2018

Ein Plädoyer für das altmodische Schreiben mit dem Füller

Heutige Kommunikation erfolgt überwiegend digital. Ob als E-Mail, als Post, als Blog oder als einfache SMS. Nie war es einfacher Informationen untereinander auszutauschen. Bevorzugtes Instrument zum Schreiben ist die Tastatur in ihren unterschiedlichsten Erscheinungsformen. Die Handschrift gerät dabei immer mehr in Vergessenheit. Es lohnt sich aber die Kunst des Schreibens von Hand, mit Füller und Papier zu pflegen.

Das Schreiben mit einem guten Füller, einer schönen Tinte auf einem Blatt guten Schreibpapiers ist allerdings viel mehr als nur der Austausch von Informationen. Es ist viel mehr eine Art Meditation. Ein ordnen der Gedanken in dem man diese in Form bringt. Ihnen Farbe und Gestalt gibt.

Handschriftlich festgehaltene Informationen fördern nachweislich das Denkvermögen. Beim Schreiben sind mehrere Areale im Gehirn aktiv und unterstützen dabei die Aufnahme von Informationen wesentlich besser als dies mit einer Tatstatur je möglich wäre.

Schreiben wird auch eine heilende Wirkung nachgesagt. Zur Bewältigung traumatischer Ereignisse wird bis heute das expressive Schreiben als Therapie verwendet. Aber auch bei weniger schlimmen Diagnosen, hilft das Schreiben bei der Verarbeitung der Erlebnisse denen wir im Alltag begegnen. Aus diesem Grund werden nach wie vor Tagebücher geführt.

Auch wenn hier die modernen digitalen Formen immer mehr das klassische Tagebuch ersetzen, gibt es viele, die eine altmodische Form nach wie vor zu schätzen wissen.

Diesem Wunsch Gedanken und Ideen von Hand in ein gebundenes Buch aufzuschreiben, trägt seit vielen Jahren die Firma Moleskine mit ihren klassischen Notizbüchern Rechnung. Nun will diese  Notizbuch-Hersteller das gute alte Notizbuch ins digitale Zeitalter überführen.

 

Die Idee ist ganz einfach: Man möchte das Beste aus beiden Welten vereinen. Mithilfe eines speziellen Eingabestiftes (der sogenannte Smartpen) werden handschriftliche Notizen in gewohnter Weise aufs Papier geschrieben, dabei gleichzeitig digitalisiert und in einer eigenen Notiz-App gespeichert.

Als Ergebnis erhält man eine digitale Kopie der gerade geschriebenen Daten im Computer und kann diese dort auf verschiedenen Art und Weise weiter verarbeiten.

Auch wenn das erst die Anfänge darstellt. Die Richtung aber scheint klar vorgegeben: Schreiben von Hand auf Papier und gleichzeitiges lesen und weiterbearbeiten am Bildschirm.

Obwohl ich ein grosser Freund technischer Innovationen bin, werde ich wohl nach wie vor meine Leidenschaft zu der altmodischen Art und Weise des Schreibens mit Kolbenfüller, blauer Tinte und einem guten Papier pflegen.